Finanzierung von Wohnungslosenhilfe: Zu wenig und nicht nachhaltig (07/25)
Nachdem die SPD schon im letzten Jahr einen Antrag zur besseren finanziellen Ausstattung der Wohnungslosenhilfe im Landkreis Rastatt gestellt hatte, bewertete die Landkreisverwaltung dies im Februar dieses Jahres als nicht erforderlich. Auch eine Mehrheit des Kreistags lehnte den Antrag ab.
Die Linke im Kreistag befürwortete das Anliegen der SPD hingegen bereits damals ausdrücklich. Die Landkreisverwaltung wurde jedoch beauftragt die Bedarfe im Bereich der Wohnungslosenhilfe erneut zu prüfen und einen neuen Beschlussvorschlag zu erarbeiten.
Die Beratung und Betreuung von Wohnungslosen im Landkreis wird vom Caritasverband umgesetzt. Nun kam die Landkreisverwaltung zu dem Schluss, dass eine Erhöhung der Personaldecke beim Caritasverband im Bereich der Wohnungslosenhilfe um eine viertel Stelle erhöht werden muss. Dies reicht jedoch laut Caritasverband nicht einmal dazu aus, die bisherige Qualität der Wohnungslosenhilfe zu halten, da im vergangenen Jahr aus Kostengründen bereits von 1,5 auf 1 Stelle gekürzt werden musste. Diese eine Stelle jetzt wieder auf 1,25 Stellen zu erhöhen, reicht bei Weitem nicht aus, um den in den letzten Jahren immer weiter steigenden Bedarf zu decken.
Die Linke begrüßt zwar, dass überhaupt mehr Mittel in diesem Bereich zur Verfügung gestellt werden, hält die Erhöhung jedoch im Einklang mit dem ausführenden Caritasverband für unzulänglich. Eine gute Sozialpolitik sieht anders aus. Immerhin wäre es für den ganzen Landkreis von Vorteil, wenn Wohnungslosigkeit wirksam bekämpft würde. Denn Wohnungslosigkeit festigt als ein Aspekt von Armut diese dauerhaft und verhindert damit eine Integration der Betroffenen in die Gesellschaft. Auf lange Sicht könnte der Landkreis durch ein verstärktes Engagement in diesem Bereich die Kosten der sozialen Sicherungssysteme sogar senken. Nur so weit denken Parteien von den Grünen über CDU und Freie Wähler bis hin zur AfD leider nicht.
Die Linke hat sich im Kreistag deshalb bei der Abstimmung über die zu magere Erhöhung der Mittel zur Wohnungslosenhilfe enthalten.
